Ende der Krise in Sicht: Deutsche Mikro- und Nanotechnologie blickt optimistisch in die Zukunft
Die Trendwende ist da: Nach den Krisenjahren 2008 und 2009 lief das Geschäft in den Branchen Mikrotechnik, Nanotechnik und Neue Materialien im ersten Halbjahr 2010 besser als erwartet. Die Unternehmen schauen optimistisch auf das zweite Halbjahr und erwartungsvoll auf das Jahr 2011. In einer Umfrage des IVAM Fachverband für Mikrotechnik äußerten sich über 100 Unternehmer aus Deutschland zu ihrer aktuellen Stimmungslage.
Nach anderthalb Jahren, die von Umsatzeinbußen, Auftrags- und
Produktionsrückgängen überschattet waren, waren die Erwartungen für
2010 Anfang des Jahres noch verhalten. Nicht wenige Geschäftsführer
äußerten sich positiv überrascht darüber, wie gut das Geschäft im
ersten Halbjahr gelaufen sei. In einzelnen Fällen wurden
Umsatzsteigerungen von bis zu 15 Prozent gemeldet. Manche Mikro- und
Nanotechnik-Unternehmen haben beim Umsatz und beim Auftragseingang den
Stand vom ersten Halbjahr 2008 wieder erreicht oder sogar
übertroffen.
„Frühere Kunden kommen jetzt von sich aus wieder“, schildert ein
Unternehmensvertreter seine Erfahrungen. Besonders stark ist derzeit
die Nachfrage nach Geräten für die
Halbleiterproduktion. Hersteller, die neue Geräte auf den
Markt bringen, profitieren davon. Laut Umfrage verlief für etwas mehr
als die Hälfte (52 Prozent) der Unternehmen das Geschäft im ersten
Halbjahr 2010 besser als erwartet, für ein Drittel (33 Prozent) genauso
wie erwartet und für 15 Prozent schlechter als erwartet.

Positive Entwicklungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum gab es vor
allem beim Auftragseingang. Hier konnten sich 64,9
Prozent der Unternehmen verbessern. Auch bei der Produktion und beim
Absatz lief es bei mehr als der Hälfte der Befragten besser als im
Vorjahr. Kritisch ist nach wie vor die
Unternehmensfinanzierung: Die Lage ist zwar bei mehr als der
Hälfte (58,8 Prozent) der Unternehmen stabil geblieben, bei 14,4
Prozent aber sogar schlechter geworden.
Auslandsnachfrage wird weiter zunehmen
Für einige Unternehmen ist für das zweite Halbjahr 2010 eine „sehr
positive Entwicklung absehbar“. Für diesen Zeitraum erwarten 53 Prozent
eine stabile Geschäftslage, 40 Prozent rechnen mit einer weiteren
Verbesserung. Konkret melden die Unternehmen eine Zunahme der
Auslandsnachfrage – besonders in Asien werden wieder bessere
Exportchancen erwartet.
Der richtige Aufschwung soll dann 2011 kommen: 59 Prozent der Befragten
erwarten eine Verbesserung ihrer Geschäftslage, nur 7 Prozent fürchten,
es könne für sie schlechter laufen als 2010. Trotz der insgesamt
optimistischen Stimmung wird vereinzelt Zurückhaltung geäußert:
Entwicklungen, heißt es, seien schwer vorherzusehen, Überraschungen
nicht ausgeschlossen.
Als Risiken, die den Aufschwung verzögern könnten,
nennen die Unternehmen Liquiditätsengpässe und Unwägbarkeiten bei der
Kaufkraft, die den Absatz von Produkten bremsen könnten. Für das ein
oder andere Unternehmen kam die Konjunkturerholung schlicht zu spät, um
es vor der Insolvenz zu bewahren. Vielen hat die Krise aber auch
neue Marktchancen eröffnet: So verkauften sich
Technologien, die den Kunden Kosten sparen helfen, während der Krise
teilweise sogar sehr gut.
Mit der Befragung hat IVAM im Juli 2010 1.125 überwiegend kleine und
mittlere Unternehmen der Mikrotechnik, Nanotechnik und Neuen
Materialien in Deutschland angesprochen. Die Antworten von 115
Geschäftsführern oder Projektleitern wurden für die Auswertung
herangezogen.
Quelle: IVAM-Research
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