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Dr. Bernhard Rami: Mikrosystemtechnik von großer Bedeutung für neue Hightech-Strategie

Am 14. Juli 2010 verabschiedete das Kabinett die neue Hightech-Strategie 2020 als Fortführung der bisherigen Strategie. Im Vergleich zu ihrer Vorgängerin gilt es, die Kontinuität des Gesamtansatzes zu bewahren und zugleich durch Konzentration und gesellschaftlichen Dialog für die nächsten zehn Jahre neue Akzente zu setzen. Was bedeutet das für die öffentliche Förderung der Mikrosystemtechnik? In seinem Interview gibt Ministerialrat Dr. Bernhard Rami (Bundesministerium für Bildung und Forschung, BMBF) hierzu Auskunft. Als Leiter des Referats 524 „Demographischer Wandel; Mensch-Technik-Kooperation“ ist er für die Förderung der Mikrosystemtechnik zuständig.

Dr. Bernhard Rami: Mikrosystemtechnik von großer Bedeutung für neue Hightech-Strategie

Dr. Bernhard Rami, BMBF

Welchen Stellenwert nimmt die Mikrosystemtechnik in der neuen Hightech-Strategie 2020 ein?

Dr. Bernhard Rami: Die Mikrosystemtechnik ist in der neuen Hightech-Strategie 2020 als eine der Schlüsseltechnologien verankert. Dabei werden als „Schlüsseltechnologien“ solche Technologiefelder verstanden, die Beiträge zur Lösung wichtiger gesellschaftspolitischer Zielstellungen liefern und/oder Innovationstreiber für andere Technologiefelder sind. Die neue Hightech-Strategie 2020 bündelt die innovationspolitischen Aktivitäten im Hinblick auf fünf Bedarfsfelder, die sich aus globalen Herausforderungen ableiten. Zu diesen Herausforderungen gehört auch der demographische Wandel.

Die neue Hightech-Strategie nennt konkrete Beispiele für wichtige Zukunftsprojekte. Wo ist die Mikrosystemtechnik besonders gefragt?

Dr. Bernhard Rami: Aus der Mikrosystemtechnik sind in den letzten Jahren die Anstöße für technische Assistenzsysteme (AAL) entwickelt worden, die älteren Menschen ermöglichen sollen, länger selbstbestimmt zu leben - im Sinne einer innovationspolitischen Strategie zur Gestaltung des demographischen Wandels. Deshalb ist Mikrosystemtechnik vor allem bei dem Zukunftsprojekt „Auch im hohen Alter ein selbstbestimmtes Leben führen“ und bei der individualisierten Medizin gefragt. Im Bereich von AAL hat sich Deutschland zudem besonders in einer Initiative auf EU-Ebene im Rahmen der Gemeinsamen Programmplanung zum Thema „Mehr Jahre – besseres Leben“ engagiert. Darüber hinaus liefert MST auch Beiträge für Projekte wie die „Energieeffiziente Stadt“.

Die Mikrosystemtechnik bleibt also ein Schlüssel zur Beantwortung drängender gesellschaftlicher Fragen?

Dr. Bernhard Rami: Unbedingt! Die Mikrosystemtechnik ist schon länger in einen Dialog mit anderen wissenschaftlichen Disziplinen eingetreten. So fördern wir umfangreiche Arbeiten zu ethischen, rechtlichen und sozioökonomischen Aspekten der Assistenzsysteme. Die komplexen aktuellen Fragestellungen erfordern dies. Die Ausrichtung auf einen künftig noch erweiterten Kontext – was auch die Referatsumbenennung in „Demographischer Wandel; Mensch-Technik-Kooperation“ signalisiert – wird an Gewicht gewinnen.

Die Bedeutung der Querschnittstechnologie Mikrosystemtechnik scheint ungebrochen. Was heißt das mit Blick auf die Forschungsförderung?

Dr. Bernhard Rami: Die Fördermittel wurden in diesem Jahr deutlich erhöht. Auf diesem Niveau soll die Förderung auch in den kommenden Jahren fortgeführt werden.

 

Zur Person

Herr Ministerialrat Dr. Bernhard Rami ist seit mehr als 30 Jahren beim Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) tätig – stets mit dem festen Anliegen, die Technologieentwicklung in Deutschland von politischer Seite zu begleiten und maßgeblich voranzutreiben. Gerade die Mikrosystemtechnik genießt für ihn besondere Priorität. 


Seit 1977, kurz nach Abschluss seines Chemiestudiums, arbeitet Herr Dr. Bernhard Rami für das BMBF. Seitdem widmete er sich den Themen Umweltforschung, Raumfahrt und europäische Förderungspolitik. Besonders erwähnenswert ist die Beteiligung an der deutschen Positionsbestimmung in Vorbereitung des 7. Europäischen Forschungsrahmenprogramms. 


Von 2005 bis 2009 war er im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt für den Bereich „Zentrale Aufgaben“ verantwortlich, was Planung, Haushalt und Europäische Raumfahrtpolitik beinhaltete.


Am 1. April 2009 wurde Herr Dr. Rami Leiter des Referats 514 „Mikrosystemtechnik“ im BMBF, aus dem seit 01.06.2010 das Referat 524 „Demographischer Wandel; Mensch-Technik-Kooperation“ hervorging.

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Zuletzt verändert: 05.10.2010 15:49
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